Geld · 3 Min. Lesezeit
Lohnt sich der Alpenverein?
Was die Mitgliedschaft kostet, was sie auf der Hütte spart und ab wie vielen Nächten sie sich trägt. Mit einer nachvollziehbaren Rechnung.
Wer zum zweiten Mal auf eine Hütte will, stellt sich die Frage: Lohnt sich der Alpenverein? Bei sieben bis zehn Hüttennächten im Jahr trägt sich der Beitrag allein über die günstigeren Übernachtungen. Alles andere kommt obendrauf.
Was es kostet
Es gibt keinen einheitlichen Beitrag. Jede Sektion legt ihren eigenen fest. Für dieselben Leistungen liegen die Beiträge weit auseinander.
München und Oberland sind zwei eigenständige Sektionen mit gemeinsamer Geschäftsstelle. Dort zahlt ein Vollmitglied ab 25 Jahren 121 € im Jahr, ein Junior zwischen 18 und 25 zahlt 67 €, eine Familie 157 €. Kleinere Sektionen liegen teils deutlich darunter. Beim Österreichischen Alpenverein liegt der Mindestbeitrag für die Vollmitgliedschaft bei 75 €, für Junioren und Senioren bei 58 €. Einzelne Sektionen dürfen etwas darüberliegen.
Wer unterjährig eintritt, zahlt weniger. Bei München & Oberland gibt es ab März zehn, ab Juni dreißig und ab September fünfzig Prozent Nachlass auf das laufende Jahr.
Was du dafür bekommst
Günstiger schlafen. Das ist der Hauptgrund. Die gemeinsame Hütten- und Tarifordnung von DAV, ÖAV und Alpenverein Südtirol schreibt vor, dass Mitglieder auf den Hütten der Kategorien I und II mindestens 12 € pro Nacht weniger zahlen als Nichtmitglieder. Auf Berggasthöfen der Kategorie III sind es mindestens zehn Prozent Rabatt. Auf Kategorie-I-Hütten ist der Mitgliedertarif zusätzlich gedeckelt: höchstens 15 € im Matratzenlager, höchstens 25 € im Mehrbettzimmer.
Günstiger essen. Mitglieder haben Anspruch auf das sogenannte Bergsteigeressen: ein vegetarisches Gericht, mindestens zehn Prozent unter dem regulären Preis und höchstens 11 €.
Versichert sein. In jeder DAV-Mitgliedschaft steckt der Alpine Sicherheits-Service: Such-, Rettungs- und Bergungskosten bis 25.000 € pro Person und Ereignis, Hubschrauber eingeschlossen, dazu eine Haftpflicht bis sechs Millionen Euro für die versicherten Sportarten. Der ÖAV hat mit dem „Alpenverein Weltweit Service“ ein vergleichbares Paket.
Über die Grenze hinaus. Der Rabatt gilt auch auf den Hütten anderer Verbände. Über das Gegenrechtsabkommen zwischen DAV, ÖAV, SAC, CAI und weiteren Verbänden bekommst du auf über 2.000 Hütten denselben Nachlass, in weiten Teilen des Alpenraums und außerhalb davon. Voraussetzung ist ein gültiger Ausweis mit Gegenrechtslogo.
Die Rechnung
Die folgende Überschlagsrechnung stammt von uns, nicht vom Verband:
- Bei einem günstigen Sektionsbeitrag um 85 € und 12 € Ersparnis pro Nacht: rund sieben Nächte, bis es sich trägt.
- Bei 121 € Beitrag: rund zehn Nächte.
Das sind vier bis fünf Wochenendtouren mit je zwei Nächten. Rechnest du das Bergsteigeressen und den Wert der Bergungsversicherung dazu, liegt der Punkt früher. Sauber ausrechnen lässt sich aber nur die Übernachtung.
Wenn du unsicher bist
Zwei Hinweise aus der Praxis. Erstens: Der Beitrag hängt an der Sektion, nicht am Wohnort. Du kannst einer günstigeren Sektion beitreten, auch wenn sie zweihundert Kilometer entfernt sitzt. Die Leistungen auf den Hütten sind dieselben. Wer Kurse, Ausleihmaterial oder Gruppenabende nutzen will, ist bei der Sektion vor Ort besser aufgehoben.
Zweitens: Das Beitragsjahr läuft von Januar bis Dezember, kündigen musst du bis Ende September. Wer im Herbst überlegt, wartet besser bis Januar. Oder tritt gleich mit dem Fünfzig-Prozent-Nachlass ein und nimmt den Rest des Jahres mit.
Quellen
Zuletzt geprüft am 09. September 2026. Preise und Regeln der Alpenvereine ändern sich. Fällt dir etwas Veraltetes auf, schreib mir kurz.