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Karwendel·Österreich, TirolBeispielinhalt

Karwendel-Durchquerung

Vier Tage von Scharnitz nach Pertisau — quer durch das größte Naturschutzgebiet der Nordalpen

Diese Seite ist eine Blaupause mit Beispieldaten. Streckenverlauf, Zahlen und Bericht sind Näherungswerte aus Recherchen — nicht zur Tourenplanung geeignet, bis sie redaktionell geprüft und durch eigene Erfahrung ersetzt sind.

Eckdaten

Dauer
4 Tage
Distanz
49.5 km
Aufstieg
2510 hm
Abstieg
2520 hm
Schwierigkeit
T2–T3
Beste Zeit
Mitte Juni bis Anfang Oktober

Die klassische Durchquerung der Nordalpen: vier Tage zwischen schroffen Kalkwänden und den berühmten Ahornböden, mit drei bewirtschafteten Hütten und moderaten technischen Anforderungen. Kein Geheimtipp — aber ein Pflichtprogramm.

Höhenprofil

900110013001500170019000 km10 km20 km30 km40 km

Etappen

  1. 1

    ScharnitzKarwendelhaus

    Übernachtung: Karwendelhaus

    16.5 km9101105 h

  2. 2

    KarwendelhausFalkenhütte

    Übernachtung: Falkenhütte

    9 km5604803 h 30 min

  3. 3

    FalkenhütteLamsenjochhütte

    Übernachtung: Lamsenjochhütte

    13.5 km9808705 h 30 min

  4. 4

    LamsenjochhüttePertisau am Achensee

    10.5 km6010603 h 30 min

Touren-DNA

Standardisierte Bewertung von 0 (gar nicht) bis 5 (maximal) — objektiv und über alle Touren vergleichbar.

Anforderung

Technische Schwierigkeit
Trittsicherheit
Schwindelfreiheit
Absturzrisiko
Orientierung
Blockgelände
Gratanteil

Erlebnis

Panorama
Einsamkeit
Fotospots
Tierbeobachtungen
Sonnenanteil
Waldanteil

Versorgung & Sicherheit

Hüttendichte
Wasserstellen
Handyempfang
Schneerisiko
Notabstieg möglich
Ja

Bericht

Charakter der Tour

Die Karwendel-Durchquerung ist der Klassiker unter den mehrtägigen Hüttenwanderungen der Nordalpen — und das aus gutem Grund. Sie verbindet auf vier Tagesetappen die wildesten Ecken des Karwendels: das lange Karwendeltal, die Laliderer Wände mit ihrer berühmten Nordwand-Kulisse, den Großen Ahornboden in der Eng und zum Abschluss den Abstieg zum türkisblauen Achensee.

Technisch bleibt die Tour fast durchgehend im Bereich T2, einzelne kurze Passagen am Übergang zum Lamsenjoch erreichen T3. Wer trittsicher ist und eine normale Kondition für Gehzeiten um fünf Stunden mitbringt, findet hier eine der lohnendsten Einsteiger-Durchquerungen der Alpen.

Die Etappen im Überblick

Tag 1 führt von Scharnitz in stetigem, nie steilem Anstieg durch das Karwendeltal zum Karwendelhaus — landschaftlich zurückhaltend, aber ein guter Einlauftag. Die letzten anderthalb Stunden ziehen spürbar an.

Tag 2 ist die kürzeste Etappe: über den Hochalmsattel hinab zum Kleinen Ahornboden, dann über die Ladizalm hinauf zur Falkenhütte. Wer früh dran ist, hat den Nachmittag für die Aussicht auf die Laliderer Wände — eine der eindrucksvollsten Wandfluchten der Ostalpen.

Tag 3 quert unterhalb der Laliderer Wände hinab in die Eng mit dem Großen Ahornboden und steigt anschließend über die Binsalm zur Lamsenjochhütte auf. Die längste und anstrengendste Etappe, mit fast 1000 Höhenmetern Aufstieg in der zweiten Tageshälfte.

Tag 4 bringt einen vom Östlichen Lamsenjoch, an dem die Hütte steht, über die Gramaialm hinab nach Pertisau — über 1000 Höhenmeter Abstieg, die in den Knien ankommen. Stöcke helfen.

Wasser und Einkehr

Die Hüttendichte ist komfortabel: Neben den drei Übernachtungshütten liegen Binsalm, Engalm und Gramaialm am Weg. Zwischen den Stützpunkten gibt es allerdings lange Abschnitte ohne verlässliche Wasserstellen — im Hochsommer auf Etappe 1 und 3 mindestens zwei Liter mitnehmen.

Worauf man achten sollte

  • Die Hütten sind im Sommer stark nachgefragt. Ohne Reservierung geht nichts — idealerweise mehrere Monate im Voraus buchen.
  • Einsamkeit darf man auf dieser Route nicht erwarten: Zwischen Eng und Ahornboden ist an Schönwettertagen Ausflugsverkehr, die Etappen dazwischen sind deutlich ruhiger.
  • Altschneefelder halten sich in den Nordflanken unterhalb des Lamsenjochs oft bis in den Juli.
  • Der Handyempfang ist über weite Strecken schlecht bis nicht vorhanden — Tourenpartner vorab informieren.

Beste Jahreszeit

Mitte Juni bis Anfang Oktober, abhängig von der Schneelage. Die Hütten öffnen witterungsabhängig meist Anfang Juni und schließen Mitte Oktober. Der Große Ahornboden ist zur Laubfärbung Ende September ein eigenes Erlebnis — dann sind aber auch die Wochenenden am vollsten.

Anreise & Planung

Öffentliche Verkehrsmittel

Beide Endpunkte sind gut angebunden: Scharnitz erreicht man per Bahn (Strecke München–Mittenwald–Innsbruck), von Pertisau fährt der Bus zum Bahnhof Jenbach. Die Rückreise nach Scharnitz dauert etwa zweieinhalb Stunden.

Parken

Wanderer-Parkplätze in Scharnitz (u. a. Parkplatz Länd, gebührenpflichtig). Da die Tour nicht am Ausgangspunkt endet, ist die Anreise mit der Bahn die deutlich bessere Wahl.

Hütten dieser Tour

Reservierung im Sommer zwingend erforderlich — direkt über die Hütten-Websites.